Stiftung Agrovision Burgrain
Mit der Gründung der Stiftung Agrovision Muri (SAVM) lancierte die Josef Müller Stiftung Muri 2007 ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft: Agrovision+. Auf Burgrain im luzernischen Alberswil sollte – ganz im Sinne der Stiftungsgründerin – ein gesunder und marktwirtschaftlich handelnder Bauernstand gefördert werden.
Schon 2008 baute die SAVM auf Burgrain einen neuen Laufstall, einen Hühnerstall sowie eine ProSpecieRara-Obstbaumanlage und stellte konsequent auf Bio-Landbau um. Mit dem Projekt RegioFair initiierte sie 2009 ausserdem eine Vertriebsplattform für Bio-Produzent*innen aus der Zentralschweiz.
Während einer zweiten Bauetappe entstand wenig später eine Bio-Käserei, ein Bio-Markt, eine Bio-Holzofenbäckerei, das Restaurant Burgrain-Stube, ein Kleintierstall, ein Kinderspielplatz und – als Reminiszenz an die Stifterin – das Mathilde-Müller-Forum. Der attraktive Bau, das Werk von Lehrlingen regionaler Holzbaubetriebe, bietet Raum für Seminare und Feiern inmitten des Bio-Betriebs.
2015 wurde der Burgrain um einen Biofleisch-Verarbeitungsbetrieb erweitert. Und mit der «Schüür» folgte 2020/21 auf dem Gelände ein multifunktionaler Neubau. Hier ist das neue Agrarmuseum untergebracht, das sich heute als modernes Bildungs- und Dialogzentrum für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung präsentiert und mehrfach ausgezeichnet wurde.
Gleichzeitig erhielt RegioFair in der «Schüür» ein modernes Vertriebszentrum. Mit rund 500 Produkten führt sie heute ein Vollsortiment für den Bio-Fachhandel. Seit der Fusion mit der Agrovision Burgrain AG 2023 tritt RegioFair unter deren Namen auf – ein weiterer Schritt, das Pionier-Unternehmen Burgrain zur Marke zu machen. Dazu beitragen sollen auch die neuen Selbstbedienungs-Hofläden. Der erste entstand im Herbst 2023 in der Suurstoffi Rotkreuz. Weitere folgten, so etwa in Cham, Meggen und Zofingen.
Mathilde Müller Preis
Um die Kultur im Freiamt zu fördern, rief die JMSM 2019 den Mathilde Müller Preis ins Leben. Er soll heimischen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit geben, mit ihren Werken an die Öffentlichkeit zu treten. Die Preisträger*innen erhalten deshalb in der Regel auch keinen Geldbetrag, finanziert werden eine Ausstellung, ein Konzert oder eine Publikation. Die Auswahl erfolgt auf dem Berufungsweg; es finden also keine Wettbewerbe statt.
Der erste Mathilde Müller Preis ging am 17. November 2019 an die Fotografin Pearlie Frisch aus Fahrwangen. Im Jubiläumsjahr «40 Jahre Josef Müller Stiftung Muri» 2021 haben wir gleich 16 Kulturschaffende mit einem «ausserordentlichen» Mathilde Müller Preis überrascht. Anlass dazu war die Corona-Pandemie, die das kulturelle Leben in der Schweiz lahmgelegt hatte.
Der Mathilde Müller Preis 2021 sollte ein Zeichen der Wertschätzung und des Dankes sein und an einige jener Menschen gehen, die tagtäglich mit viel Herzblut und Kreativität daran arbeiten, dass wir von einem wunderbar vielfältigen kulturellen Angebot profitieren dürfen. Die mit je 10'000 Franken dotierte Auszeichnung war für einmal an keinerlei Bedingungen geknüpft.
Die Preisträger*innen
- Stephan Athanas, Musiker und Komponist
- Hannah Dobbertin, Regisseurin, Filmemacherin und Fotografin
- Andreas Felber, Sänger und Dirigent
- Julia Frischknecht, Sängerin und Dirigentin
- Philipp Galizia, Musiker, Geschichtenerzähler und Schauspieler
- Martin Heini, Konzertorganist
- Susannah Hess-Snow, Musikerin
- Khasma, Silvan Stirnimann, Musiker
- Carmela Konrad, Sängerin
- Adrian Meyer, Regisseur und Autor
- Andreas Muntwyler, Compagnie Roikkuva
- Alex Porter, Zauberer, Musiker und Poet
- Kim Emanuel Stadelmann, Schauspieler und Theatervermittler
- Lukas Stäger, Musiker und Komponist
- Claudio Strebel, Musiker
- Erich Strebel, Pianist
Langfristige Projekte
Auch wenn sich die Fördertätigkeit der JMSM grundsätzlich auf innovative, in sich abgeschlossene Projekte konzentriert, gibt es ein paar langfristige Engagements. So unterstützt sie praktisch seit Beginn die Stiftung Murikultur, die nicht zuletzt dank ihr eine grosse kulturelle Vielfalt im Freiamt anbieten kann. Weitere Grossprojekte sind das Künstlerhaus Boswil, das weit über die Region hinaus einen hervorragenden Ruf geniesst, das Lucerne Festival mit seiner weltweiten Ausstrahlung und das Luzerner Sinfonieorchester, ein Urgestein der Schweizer Orchesterlandschaft.